PD Dr. Rainer Wolf

PD Dr. Rainer Wolf
   
Tel  +49 931 888 4229
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E-Mail:   LRWolf@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Lebenslauf

1960-1964
Studium von Biologie und Physik an der Universität Würzburg

1968
Promotion mit summa cum laude zum Dr. rer. nat. mit dem Thema Kinematik und Feinstruktur plasmatischer Faktorenbereiche des Eies von Wachtliella persicariae L. (Diptera), danach Stipendiat der DFG am Zoologischen Institut 1 der Universität Würzburg

1969-1972
Postdoc am Heiligenberg-Institut für Experimentelle Biologie in Heiligenberg/Bodensee

1972-1979
Wissenschaftlicher Assistent am Zoologischen Institut 1 der Universität Würzburg, seit 1979 Akademischer Rat an der Abteilung für Elektronenmikroskopie am Zoologischen Institut 1 der Universität Würzburg

1985
Habilitation an der Fakultät für Biologie der Universität Würzburg im Fach Zoologie. Thema der Habilitationsschrift: Migration and division of cleavage nuclei in the gall midge, Wachtliella persicariae. Thema der Probevorlesung: Vom Sinn und Unsinn der Sinnestäuschung.

1983-1992
mehrere Forschungsaufenthalte in Eugene/USA bei Prof. Andrew Bajer, University of Oregon, Dept. of Biology, und in Moskau bei Prof. Arthur Lebedev, Russ. Akademie der Wissenschaften, Dept. of Psychology

seit 1999
Mitglied im Vorstand und im Wissenschaftsrat der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften,  www.gwup.org)

Forschungsschwerpunkte:

Experimentelle Analyse der Frühentwicklung von Insekten mit Zeitraffer- und elektronenmikroskopischer Technik, Erfindung neuer mikroskopischer und experimenteller Methoden.
Nach der Habilitation schwerpunktmäßige Verlagerung des Arbeitsgebietes in die kognitive Humanpsychophysik des Sehsystems, insbesondere Untersuchungen zur Wahrnehmungs-"Zensur" beim binokularen Tiefensehen.

Zur Psychophysik des menschlichen Sehsystems

Gegenstand unserer psychophysikalischen Untersuchungen – vor allem zum stereoskopischen Sehen – ist die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Die Strategie der Psychoanatomie ist es, von Wahrnehmungsexperimenten rückzuschließen auf Art und Reihenfolge, mit der Sinnesdaten verarbeitet werden. Wahrnehmungstäuschungen sind dabei ein wertvolles Werkzeug, die Funktion unseres Gehirns zu verstehen. Denn gerade dann, wenn uns das Gehirn in die Irre führt, werden die formalen Prinzipien sichtbar, nach denen es - normalerweise erfolgreich - arbeitet.

Um entoptische Strukturen im menschlichen Auge sichtbar zu machen, haben wir ein Mikroskop mit rotierender Aperturblende entwickelt. Ophthalmologisch kann dies der frühzeitigen Selbstdiagnose einer Makula-Degeneration dienen, wie sie z.B. bei Diabetes auftritt. 

Wieviel Zeit benötigt unser 3-D-Sehen? Bei pseudoskopischer Betrachtung eines undurchsichtigen Quadrats, das räumlich vor einer zufallsgemusterten Fläche liegt, erscheint das Quadrat in einem rechteckigen Ausschnitt hinter dieser Fläche. Bewegt sich das Muster vertikal nach oben, erscheint an der oberen Kante des Rechtecks eine illusionäre Lücke ("Delayed Stereopsis Illusion", DSI). Ihre Breite entspricht der Zeit, die zum Ermitteln der Tiefenposition des Musters nötig ist, das quasi "aus dem Nichts" auftaucht.
Psychophysische Messungen mit einem realen sowie einem Computer-generierten Modellsystem zeigen, dass die 3-D-"Verrechnungszeit" - individuell unterschiedlich - zwischen 60 und 80 ms liegt. Wie auf Grund des Pulfrich-Effekts zu erwarten, erhöht sie sich bei bei skotopischem Sehen auf 160-180 ms.


Neue lichtmikroskopische Methoden

Ein neuartiges lichtmikroskopisches 3D-Dunkelfeldverfahren wurde entwickelt, mit dem es erstmals gelingt, Qualität und Eigenschaften von Alginat-Mikrokapseln in Realzeit zu prüfen. Diese Kapseln, hergestellt in der Arbeitsgruppe von Prof. Zimmermann (Biotechnologie), erlauben immun-isolierte Gewebetransplantationen, die medizinisch eingesetzt werden können. Das neue 3D-Verfahren eignet sich auch für die Auflicht-Fluoreszenzmikroskopie. 

Wissenschaftliche Mitarbeiter:
Dr. rer. nat. Matthias Schuchardt
Dr. rer. nat. Rainer Rosenzweig

Neuere Publikationen:

Wolf, R., Ucke, Ch. (1999) Farbcodiertes 3D-Sehen. Experimente mit der „ChromaDepth"-Brille. Biologie in unserer Zeit (BiuZ) 29:200-207

Ucke, Ch., Wolf, R. (1999) Durch Farbe in die dritte Dimension. Physik in unserer Zeit (PhiuZ) 30:50-53

Schiller, P., Wolf, R., Hartung, W. (1999) A scanning electron microscopical study of hydrated and desiccated submerged leaves of the aquatic resurrection plant Chamaegigas intrepidus. Flora 194:97-102

Wolf, R. (1999) Das 11. Gebot: Du sollst dich nicht täuschen. Skeptiker 12:140-149

Wolf, R. und Windeler J. (2000) Erfolge der Homöopathie - nichts als Placebo-Effekte und Selbsttäuschung? Chancen und Risken der Außenseitermedizin.
In: Heilungsversprechen. Zwischen Versuch und Irrtum. Skeptisches Jahrbuch III
(M. Shermer, L. Traynor, Eds). Alibri, Aschaffenburg 110-144

Stanek, A., Wolf, R. (2002) Anschleifen von Einzellergehäusen unter ständiger Sichtkontrolle. Mikrokosmos 91:241-247.

Wolf, R. (2002) Lichtmikroskopie jenseits der konventionellen Auflösungsgrenze - Neue Markierungs- und Bildverarbeitungsverfahren in der Zellbiologie. Mikrokosmos 91:199-201.

Wolf, R., Rosenzweig, R., Schuchardt, M (2002) Looking at one`s own cone cells: Entoptic structures visualized through a moving pinhole or a microscope with
excentrically rotating aperture stop. Perception (Suppl.) 31:165.

Rosenzweig, R., Schuchardt, M., Wolf, R. (2002) Computation times for binocular depth perception. A psychophysical analysis of the "Delayed Stereopsis Illusion" (DSI). Perception (Suppl.) 31:160. MPI Series in Biological Cybernetics No. 5. Logos Verlag, Berlin, ISBN 3-8325-0236-X.

Wolf, R (2003) 3-D paintings on a flat canvas: Novel techniques developed by the painters John Jupe and Dorle Wolf, and their significance for human stereopsis. Perception (Suppl.) 32, 130.

Wolf, R (2003) A simple device for real-time 3-D microscopy with high resolution brightfield, Nomarski, or phase contrast technique. In: Science, Technology and Education of Microscopy: an Overview, 720-724.

Wolf, R. und Wolf, D (2004) Hohlköpfe. Verblüffende Einsichten in unsere Wahrnehmung. In: Wenn Monster munter werden (Eds. M. Keil & B. Kremer), Wiley-VCH, Weinheim, S. 203-208.

Zimmermann, H., D. Zimmermann, R. Reuss, P. J. Feilen, B. Manz, A. Katsen, M. Weber, F. R. Ihmig, F. Ehrhart, P. Geßner, M. Behringer, A. Steinbach, L. H. Wegner, V. L. Sukhorukov, J. A. Vásquez, S. Schneider, M. M. Weber, F. Volke, R. Wolf and U. Zimmermann (2005) Towards a medically approved technology for alginate-based microcapsules allowing long-term immunoisolated transplantation. J. Materials Sci: Materials in Med. 16:491-501.

Wolf, R. (2005) Bildende Kunst - Wirklichkeiten gespiegelt und auf den Kopf gestellt. In: Raum – Zeit – Materie. 123. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) in Passau 2004, S. 358-381.

Zentrale Abteilung für Elektronenmikroskopie     Am Hubland     97074 Würzburg     Tel. +49 931/888-4227

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